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Seidenstädter fahren in Ostwestfalen Sieg Nummer 8 und 9 in dieser Saison und ihren 25. Sieg in Folge ein
Ein Spieltag in Verl ist für die Krähen immer eine verhexte Sache. Seit vielen Jahren schon -- mit einigen, kleinen Unterbrechungen -- messen sich die Crows mit den Yaks aus Verl. Und stets waren diese Spiele, egal wie unterschiedlich so manches Mal auch die Tabellenstände zuvor gewesen sein mochten, heiße Begegnungen. Es bleibt unerklärt, aber in Verl lieferten die Crows zumeist eine schlechte defensive Leistung ab, schlugen stets viele Homeruns und die Spiele endeten fast immer mit sehr hohen Ergebnissen, nicht selten für die heimischen Yaks.
Mit dieser, aus Krefelder Sicht, schlechten Tradition wollten die Seidenstädter an diesem Spieltag brechen, reisten sie doch als bis dahin ungeschlagener Tabellenführer ganz klar als Favorit nach Ostwestfalen. Aber Angstgegner bleibt Angstgegner.
Theisen startete in Spiel 1 als Werfer ungewohnt fahrig, was sich -- wie gesagt typisch für Spiele der Crows in Verl -- auch auf die Hintermannschaft übertrug. Früh konnten die Gastgeber so Punkte einfahren, während die Krähen gegen einen glänzender Werfer auf Gastgeberseite mit ihrem Angriffsspiel haderten. So stand es nach 4 Innings bereits 8 : 4 für die Gastgeber und der vermeintliche Favorit hatte bis zu diesem Zeitpunkt kein Mittel gefunden um zu seinem Spiel zu finden. Coach Schepers wechselte einen entnervten, mit sich und der Welt hadernden Theisen gegen den frischen Hochgräfer auf der Werferposition aus. In der Verteidigung brachte dies die Wende, denn bis zum Spielende konnten die Gastgeber keine weiteren Punkte einfahren. Nun war es an der Offensivkraft der Crows das Spiel zu kippen. Und nachdem sie einen Schlagreigen einläuteten, musste auch Verl den durch eine Vorverletzung angeschlagenen Werfer aus dem spiel nehmen. Nun gab es für die Krähen kein halten mehr. Der Einwechselwerfer wurde geradezu vorgeführt. Schlag auf Schlag landeten die Krähen und zum Schluss schien jede Gegenwehr der Yaks gebrochen. 20 Punkte in drei Innings hieß die Bilanz der Krähen und so endete ein aus Krefelder Sicht nicht gerade glorreiches, aber irgendwie verl-typisches Spiel mit 24 : 8 für die Krähen.
Hochgräfer startete auch Spiel 2 auf dem Hügel, während Trainer Schepers große Teile der Hintermannschaft umstellte. Aber entgegen dem Trend aus Spiel 1 gelangen den Yaks plötzlich hervorragende Schläge auf Hochgräfer und erneut zeigte sich die Krefelder Verteidigung fehleranfällig. Wieder gingen die Yaks früh in Führung und wieder fanden die Crows zunächst kein Mittel um im Spiel zu bleiben. Bei einer Führung der Hausherren von 10 : 5 übernahm Patrick Hering die Werferposition, brillierte ein Inning, nur um dann, ähnlich wie Hochgräfer zuvor, harte Schläge der Yaks hinnehmen zu müssen.
Zwar war inzwischen die Krefelder Angriffsmaschinerie wieder angelaufen, die komfortable 18 : 10 -- Führung der Krähen beeindruckte die Yaks aber nicht im Geringsten. Unterstützt von Fehlern der Seidenstädter, aber auch durch harte Schläge, glichen die Hausherren erneut aus, so dass man beim Stand von 18 : 18 ins letzte Inning ging. Die Crows konnten einen Führungspunkt verbuchen, mussten nun aber noch unbeschadet drei Outs gegen die Gastgeber erzielen, die schon einen Sieg witterten.
Nun war es an Christian Dentges die hauchdünne Führung für die Krähen auf dem Hügel zu verteidigen. Und obwohl er gleich den ersten Schlagmann ohne Schlagversuch zum ersten Base gelangen ließ, schaffte er es drei Yaks-Spieler dazu zu bringen einfache Popflies in die Handschuhe der Krefelder zu schlagen. Für eine Sekunde schien der Herzschlag aller auszusetzen, als Trainer Schepers höchstselbst den letzten Ball aus der Luft pflückte und damit Sieg 25 in Folge perfekt machte. Trotz einiger harter Schläge (unter anderem je zwei Homeruns von Hochgräfer, Lukassen, Dentges, Oliver und Dentges, Christian) kann dieser Spieltag dennoch nicht als Glanzstunde dieser Krefelder Mannschaft verbucht werden. Eben irgendwie ein typischer Spieltag in Verl (der übrigens erst um 20.00 Uhr endete).
Die Verfolger in der Liga ließen ebenfalls nichts anbrennen. Düsseldorf brachte seine Spiele souverän nach Hause und bleibt mit lediglich einer Niederlage gegen Krefeld derzeit wohl ärgster Verfolger. Unmittelbar dahinter folgt Bonn, die bislang lediglich erst ihren Spieltag gegen Düsseldorf verloren gaben und die die Seidenstädter erst zum Ende der Vorrunde "vor die Flinte" bekommen.
Geschrieben von O.Jentges
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